Musik prägt das Leben von Markus Zoitl seit seiner Kindheit — und sein Beruf verlangt ein Gehör von höchster Präzision. Bis ein plötzlicher Hörverlust alles in Frage stellte.
Markus Zoitl stimmt Orgeln. Als Orgelintonateur und Orgelbauer entlockt er den Instrumenten ihren Klang — Pfeife für Pfeife, Ton für Ton. Geboren in Österreich, lebt und arbeitet er heute in Dresden, das er liebevoll als „eines der besten Länder der Welt für den Orgelbau“ beschreibt. Sein Handwerk verlangt ein Gehör, das feinste Nuancen unterscheidet. Umso einschneidender war der Moment, als dieses Gehör ihn im Stich ließ.
Vor einigen Jahren verlor Markus auf dem linken Ohr von einem Tag auf den anderen sein Gehör — begleitet von einem hartnäckigen Tinnitus. Die Diagnose: Otosklerose, eine Verknöcherung im Mittelohr. Eine erste Cortison-Therapie brachte keine Besserung. Für einen Menschen, dessen Arbeit auf den Klang angewiesen ist, eine existenzielle Bedrohung.
„Klang ist das, worauf ich mich spezialisieren will.“
— Markus Zoitl
Statt einer invasiven Stapesprothese rieten die Ärzte zu einem Knochenleitungsimplantat. Den Anfang machte ADHEAR — eine aufklebbare Übergangslösung, die ohne Operation auskommt. Als die Richtung klar war, folgte das dauerhafte BONEBRIDGE-Implantat mit dem Audioprozessor SAMBA 2. Das System leitet den Schall über den Knochen direkt an das Innenohr weiter und umgeht so das geschädigte Mittelohr.
„Der Klang des SAMBA 2 nähert sich vor allem bei den lauten Tönen allmählich dem natürlichen Gehör“, beschreibt Markus die Wirkung.
Das Besondere an Markus’ Versorgung: Die Feineinstellung des Audioprozessors fand nicht im Behandlungszimmer statt, sondern dort, wo es wirklich darauf ankommt — an echten historischen Kirchenorgeln. „Die MED-EL Ingenieure tüftelten mit mir direkt an beiden Orgeln stundenlang an der Feineinstellung“, erzählt er. Und weil das Ohr nicht zu jeder Tageszeit gleich hört, begann die Arbeit früh: „Morgens hört man nämlich genauer und nuancenreicher als am Nachmittag.“
Heute hat Markus mit seinem Implantat weltweit sieben Orgeln erfolgreich intoniert. Am liebsten arbeitet er an historischen Instrumenten — die modernen, sagt er, seien ihm „zu glatt“. Sein Hörverlust ist dabei kein Widerspruch zu seinem Können, sondern Teil seiner Geschichte.
„Wenn ein Maler mit Brille ein Bild malt, zweifelt niemand daran, dass er das kann. Bei Musikern mit Hörproblemen gibt es diese Zweifel sehr wohl.“
— Markus Zoitl
Der Inhalt dieser Webseite dient nur zur allgemeinen Information. Es werden keine medizinischen Ratschläge gegeben! Kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder Hörspezialisten und lassen Sie sich dort beraten, welche Hörlösung in Ihrem Fall geeignet ist.
Weitere Geschichten